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Denkmäler
, Ehrenmale, Gedenksteine, Steinkreuze, Kreuzsteine, Sühnesteine usw.

Steinkreuze und Kreuzsteine stammen. aus der Zeit von 1250 bis 1550. Sie sind in der Regel Sühnesteine. In der mittelalterlichen Rechtsauffassung fühlte sich vor allem die Sippe herausgefordert, wenn einer ihren Angehörigen eines gewaltsarnen Todes gestorben war. Ihre Rachegefühle richteten sich zunächst gegen die Sippe des Totschlägers oder Mörders. Um hier eine Fehde zwischen den Sippen zu verrneiden wurden Sühneverträge abgeschlossen. Nach
diesen musste der Täter Geld an die Sippe des Opfers zahlen und sich auf Wallfahrten begeben. Den mittelalterlichen Menschen erfüllte es auch nüt Sorge, wenn ein Mensch starb ohne vorber die
heiligen Sakratmente erhalten zu haben. So musste der Totschläger oder Mörder Messen für den Verstorbenen lesen und rnitunter auch einen Kreuzstein aufstellen lassen, damit an ihm \/orübergehende für das Seelenheil des Getöteten beten konnten.

Durch das Inkrafttreten der Constitutio Criminalis Carolina von 1532, der Hals- oder Peinlichen Gerichtsordnung, Karls V., wurde der Brauch Sühneverträge zu schließen, durch staatliches Strafrecht abgelöst.

(Müller, Werner und Baumann, Günther F.H.: Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedrsachsen, Bremen und Hamburg, Hameln 1988)

Im Reinhardswald finden sich verstreut einige dieser Steine, die ich hier einmal vorstellen möchte.

Pionier-Denkmal in der Gemarkung "Faule Brache"
Köngl. Oberförster Walter Pattberg
Den gefallenen des Forstamtes Karlshafen
Gedenkstein Köngl. Forstmeister Pauli
Gedenkstätte Paul Burmeister
Gedenkstätte 1601
Gedenkstätte Taubers Eck
Gedenkstätte Karl Deppendorf
Gedenkstätte Hundestein
 

Den gefallenen des Forstamtes Karlshafen


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Koordinaten:

Gauß-Krüger:
UTM:
WGS84:


R 3534472.483 H 5718444.227
32U 534383 5716597
N 51° 35.962020 E 9° 29.785260

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Gedenkstein Köngl. Oberförster Walter Pattberg

Die Inschrift auf dem Kreuz lautete:

Hier verunglückte der köngl. Oberförster Walter Pattberg am 19.9.1899 .
Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tag

 

Leider ist dieses Denkmal nun verschwunden. Warum kann ich nicht sagen. Heute sieht die Stelle so aus.

Im Jahrbuch des Landkreies Kassel 1989 finden wir folgenden von Rudolf Immel verfassten Artikel "Zwei Forstdenkmäler im Reinhardswald" über dieses Denkmal. Hier wurde der Orginaltext wiedergegeben. [066]

Hans August Carl Walther Pattberg wurde am 21 . August 1860 in Trier geboren. 1880 legte er am Gymnasium zu Birkenfeld die Reifeprüfung ab. Die einjährige Lehrzeit absolvierte er in Carlsbrunn, Forstinspektion Trier-Saarburg. Hierauf folgten Studienjahre in Hann. Münden und Eberswalde. Seine Militärzeit leistete Pattberg 1883/84 beim Hessischen Jäger-Btl. Nr. 11 ab. Nach dem Staatsexamen 1887 war er zunächst "freiwilliger Hülfsarbeiter" bei der Regierung in KOblenz, anschließend Gemeinde-Oberförster zu Hillesheim (Bezirk Trier). Im Herbst 1892 wurde Pattberg als Assistent bei der Oberförsterei Bonn-Kottenforst in den preußischen Staatsdienst übernommen. Im Kottenforst hatte er den letztlich aus einer alten kurhessischen Forstfamilie stammenden Forstmeister Prof. Friedrich Sprengel zu unterstützen bzw. zu vertreten. Am 22. Mai 1897 ernennt das Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten den seitherigen Forstassessor Pattberg zum Oberförster und überträgt ihm gleichzeitig zum 1. Juli 1897 die Oberförsterei Gottsbüren. Für den "Bestallungsstempel" mußte der Beamte an die Kgl. Regierung in Bonn eine Gebühr in Höhe von einer Mark und 50 Pfennigen entrichten. Pattberg hat mit seiner Versetzung nach Gottsbüren einen der traditionsreichsten Dienstbezirke des Reinhardswaldes übertragen bekommen.

Diese Oberförsterei betreuten vor ihm tüchtige Beamte wie der Brigadier Ludwig Grebe, der damalige Oberförster Wilhelm Hütteroth, später der Oberförster Ernst Wilhelm HarnickeIl und der Oberförster Heinrich Grebe. Bei seinem Dienstantritt erhielt Pattberg ein pensionsfähiges bares Gehalt von monatlich 200 Mark. Dafür waren Dienstwohnung und Feuerungsmaterial frei. Die Aufgaben des Gutsvorstehers mußten ohne besonderes Entgelt mit erledigt werden. Für die notwendige Haltung von Pferd und Wagen wurde eine Dienstaufwandsentschädigung gezahlt. In Gottsbüren standen dem Stelleninhaber als Dienstland 5,9 ha Acker und 4,8 ha Wiesen gegen Nutzungsentgelt zur Verfügung. Pettberg hat sich in Gottsbüren offensichtlich nicht wohlgefOhlt. Als Gutsvorsteher mußte er durch Landrat Backhaus, Hofgeismar, verpflichtet werden. Schon um die Festlegung des Termins für diese AmtShandlung gab es Verdruß. Pattberg reichte, für Reinhardswälder Forstbeamte ganz ungewöhnlich, schon nach kurzer Zeit zwei von der Verwaltung abgelehnte Versetzungsgesuche ein. Aus der Verhandlung, die Regierungs- und Forstrath Mühlhausen, Kassel, aufzunehmen hatte, läßt sich der tödliche Unfall Pattbergs rekonstruieren.

Am 19. September 1899 arbeitete August Schäfer, Gottsbüren, in der Nähe der UnfallsteIle. Gegen 11.30 Uhr hörte er einen Wagen, plötzlich einen Schrei und Wagengepolter. Zur Straße gesprungen, sieht er ein führerloses Pferd, flüchtig in Richtung Beberbeck. Am Straßenrand findet er einen offensichtlich toten Menschen in Forstuniform. Schröder rennt zum Dorf und benachrichtigt den Forstaufseher Butte. Dieser eilt mit einem Fuhrwerk zur UnfallsteIle und findet dort seinen Vorgesetzten mit zerschmettertem Schädel. Der zerbrochene Wagen steht in der Nähe. Butte vermutet in seinem späteren Bericht, daß das durchgehende Pferd, den Wagen an einen Prellbockfuhr und Pattberg dadurch herausgeschleudert wurde; der Tod, so meint er, sei auf der Stelle eingetreten, Im Oktober 1899 berichtet der mit der vertretungsweisen Verwaltung der Oberförsterei Gottsbüren beauftragte Forstassessor Rieck, daß Frau Pattberg an der Unfallsteile im Distrikt 104 (heute Abt 204b) ein Kreuz aus SollingSandstein errichten lassen möchte, Sie bittet hierfür um Erlaubnis. Die Kosten trägt die Witwe. Mit der Aufstellung soll das Denkmal in das Eigentum der Forstverwaltung übergehen. Rieck schlägt vor, die so gekennzeichnete Unfallsteile durch den Anbau ausländischer Baumarten herauszuheben.

Das für Oberförster Pattberg erstellte Denkmal weist große Ähnlichkeit mit dem für den Kgl. Förster Ernst Kümpel1909 errichteten Grabstein auf. Vom Friedhof abgeräumt, steht dieser heute in der Revierförsterei Stammen, Abt. 62, Auch hier wächst ein Baumstamm aus Steinen heraus, Forsthut und Hirschfänger, Fuchs und Eichhorn zieren den leider stark verwitterten Stein. An der Seite ist versteckt "Israel, Hofgeismar" eingemeißelt. Es ist zu vermuten, daß dies den gleichen Steinmetz kennzeichnet, der auch das Pattberg'sche Denkmal fertigte. Aus den Akten ist zu ersehen, daß die kinderlose Witwe Pattbergs, Adelheid, geb. von Rütz, nach Ablauf des Gnadenquartals eine monatliche Unfallrente von rd. 55 Mark erhielt. Zuschüsse ihrer Schwiegermutter ermöglichten es ihr, ab Januar 1900 in Hannoversch Münden eine angemessene Wohnung zu finden.

Literatur:
SIAM, Bestand 169, Nr. 2222. Betr. den Oberförster Pattberg
1897-1901.
Michaelis: Forstmeister Heinrich Julius Pauli, Veckerhagen. - In:
Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen 40, 1908. S. 768-769.
Forstmeister Heinrich Julius Pauli. Oberförsterei Veckerhagen bei
Kassel, 10. 8. 1908. - In: Deutsche Jäger-Zeitung, 51, 1907/08,
S.687.


Koordinaten:

Gauß-Krüger:
UTM:
WGS84:


R 3537515.815 H 5718394.041
32U 537425 5716547
N 51° 35.923320 E 9° 32.420160

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Pionier-Denkmal in der Gemarkung "Faule Brache"


Am 17. Dezember 1904 verunglückten bei einer Sprengung zwei Pioniere des Kurhessischen Pionier-Bataillons Nr. 11 tödlich. In Erinnerung an Oberleutnant Neumann und Vizefeldwebel Sachs errichteten Angehörige des Bataillons einen Gedenkstein mit einer Tafel, die das Ereignis dokumentiert.

  




(Text und Bilder: Bodo Redlin)

So schön sah es mal aus, bis es 2012 verwüstet wurde. HNA Artikel

 

 


Am 17. Dezember 1904 erschien in den "Mündenschen Nachrichten" ein Artikel über diesen Unfall mit der Überschrift "Ein entsetzliches Unglück". Nach diesem Bericht soll der Unfall bei größeren kriegsmäßigen Sprengungen auf der Faulen Brache passiert sein.
Oberleutnant Neumann und Vizefeldwebel Sachs hatten den Befehl bekommen, eine Tretmine zu entzünden, die eine starke Pulverladung enthielt. Die Mine entzündete sich vorzeitig in dem Moment, als Vizefeldwebel Sachs auf schlüpfrigem Boden ausglitt und dabei das Trittbrett berührte. Die beiden Pioniere waren auf der Stelle tot.
Der 31-jährige Sachs war mit der Tochter des Hutmachers Saalfeld in der Mündener Burgstraße verlobt. Oberleutnant Neumann war unverheiratet. Im Beisein des gesamten Offizierskorps Münden, einer Abteilung Soldaten, sowie des Musikkorps wurden die beiden Verunglückten am 20. Dezember 1904 auf dem Friedhof in Hannoversch Münden begraben. Ein Jahr später wurde das Denkmal für die im Reinhardswald verunglückten Pioniere enthüllt. Zu der Feier hatten sich das gesamte Bataillon, die beiden Garnisonpfarrer und der Forstrevierverwalter des Gahrenbergs mit der Jägerei versammelt.

Auszug aus dem Artikel von Karl Süßmann aud dem Jahrbuch 2011 des Landkreises Kassel [082]

Stadtarchiv Hann. Münden, "Mündensche Nachrichten" 17.12.1904,20.12.1904.


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Koordinaten:

Gauß-Krüger:
UTM:
WGS84:


R 3536690.551 H 5701648.121
32U 536600 5699807
N 51° 26.896080 E 9° 31.601220


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Gedenkstein Köngl. Forstmeister Pauli

 

Im Jahrbuch des Landkreies Kassel 1989 finden wir folgenden von Rudolf Immel verfassten Artikel "Zwei Forstdenkmäler im Reinhardswald" über dieses Denkmal. Hier wurde der Orginaltext wiedergegeben. [066]

Von Veckerhagen aus führt eine Trift in nordwestlicher Richtung in den Reinhardswald bis zum Auerhahnskamp, dem früheren Weideort des Jungviehs. Etwa auf der Hälfte des Weges, in Abt 71, steht inmitten der Trift der Pauli-Stein. Er erinnert daran, daß an dieser Stelle Forstmeister Pauli verstarb. Der Gedenkstein besteht aus einem unbearbeiteten Quarzitblock. Auf einer fast flachen Seite des Steins befindet sich ein Hirschkopf. Darunter ist vermerkt: Pauli Königl. Forstmeister am 10. August 1908 verstorben. In einem Nachruf ist zu lesen: "Forstmeister Pauli wurde durch einen Herzschlag seiner Familie, seinem Beruf, seinen vielen Freunden und seinen Untergebenen entrissen. Kein Mensch ist ihm nahe gewesen in der Todesstunde. Nach erfolgreicher Pirsch ist er unweit von dem erlegten Rehbock hingesunken auf den Waldteppich, und der Buchen ernste Gestalten hielten ihm die Totenwacht"

Heinrich Julius Pauli wurde am 6. September 1846 als Sohn eines Forstbeamten tn Buchenau, Amt Eiterfeld, geboren. Im nahegelegenen Hersfeld besuchte er das Gymnasium. Die allgemein vorgeschriebene Lehrzeitwar ihm aufgrund seiner Erziehung in einem Forsthaus erlassen worden. Seine forstlichen Studien begann Pauli an der Kurfürstlichen Forstlehranstalt in Melsungen, damals von Forstrat Louis Ferdinand Grebe geleitet Nach der Einverleibung Kurhessens wechselte er zwangsläufig an die neugegründete Forstakademie Hann. Münden. Später setzte er in Eberswalde und in Eisenach seine Ausbildung fort. Die erste forstliche Prüfung legte Pauli 1870 ab. In dem Krieg gegen Frankreich nahm er im Infanterie-Regiment 88 teil, das bei den Kämpfen um Weissenburg, Wörth, Sedan und an der Einschließung von Paris eingesetzt war. Zum Offizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, kehrte er heim. Nach dem Staatsexamen (1873) wurde Pauli mit Forsteinrichtungsarbeiten in den Bezirken Wiesbaden und Kassel beschäftigt In Flörsbach (Spessart) vertrat er einige Zeit den Revierverwalter. 33jährig zum Oberförster befördert, wurde Pauli zum 1. Mai 1879 Eiterhagen übertragen. Pauli heiratete Marie, die jüngste der vier Töchter des Oberförsters Heinrich Grebe, Gottsbüren. Die vier Kinder aus dieser Ehe wurden in Eiterhagen geboren. 1886 erfolgte die Versetzung Paulis nach Veckerhagen. Die Anerkennu ng sei ner Tätigkeit in dieser Oberförsterei fand sichtbaren Ausdruck in der Beförderung zum Forstmeister (1891) und in der Verleihung des Roten AdlerOrdens IV. Klasse.

Das plötzliche Ableben des wegen seiner Fähigkeiten, seines Pflichtgefühls, seines Gerechtigkeitssinns und des liebenswürdigen Wesens hoch angesehenen Forstbeamten hat in allen Kreisen der Bevölkerung Bestürzung hervorgerufen. "Schwerlich hat Veckerhagen je ein zahlreicheres Trauergefolge gesehen," vermerkt der Chronist Eine Tochter Paulis war verheiratet mit Forstmeister Franz Kühbacher, der von 1921 bis 1933 die Oberförsterei seines Schwiegervaters, Vekkerhagen, leitete; die "Kühbacher Wiesen" verdanken ihre Anlage seiner Initiative.

Literatur:
SIAM, Bestand 169, Nr. 2222. Betr. den Oberförster Pattberg
1897-1901.
Michaelis: Forstmeister Heinrich Julius Pauli, Veckerhagen. - In:
Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen 40, 1908. S. 768-769.
Forstmeister Heinrich Julius Pauli. Oberförsterei Veckerhagen bei
Kassel, 10. 8. 1908. - In: Deutsche Jäger-Zeitung, 51, 1907/08,
S.687.

Koordinaten:

Gauß-Krüger:
UTM:
WGS84:

R 3539667.781 H 5707575.422
32U 539576 5705732
N 51° 30.080460 E 9° 34.210500

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