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Die Geschichte rund um den Reinhardswald

Steinzeit

Funde in Mariendorf, Hombressen und in Holzhausen

Bronzezeit

Ackerbau, Hügelgräber

500-800

Ältere Rodeperiode

800-1300

Jüngere Rodeperiode, die Träger sind weltliche und geistliche Herrschaften

9.Jahrhundert

„Buria“, als ältester Ort des Reinhardwalds wird das spätere Gottsbüren erwähnt

960

Der spätere Kaiser Otto I. gründet das Kloster Hilwartshausen

978

Schriftliche Erwähnung von Beberbeck genannt, „Beverbeke“

1011-1043

Mindestens 8 hessische Grafschaftsgebiete an die Reichskirche

1014

Kaiserkrönung Heinrich II. in Rom

1019

Heinrich II. (1002-1024) schenkt den südlichen Teil des Reinhardswaldes dem Bistum Paderborn

1020

Weitere Urkunde aus Kaufungen dazu mit genauerer Grenzbeschreibung (Bischof Meinwerk)

1024

Konrad II. nimmt Schenkung zurück und gibt sie an das Bistum Mainz, dieses an Benno v. Northeim

1032

Konrad II. gibt die Grafschaft Hermanns v. Reinhausen im Reinhardswald-Gebiet an das Bistum Paderborn

1043

Heinrich der III. überträgt den nördlichen Teil des Reinhardswaldes an die Abtei Helmarshausen

1247

Privileg der Stadt Münden durch Herzog Otto d. Kind, Braunschweig

1247

Tod Heinrich Raspes, Aussterben der Thüringer im Mannesstamm. Das Erzstift Mainz erklärt das Thüringer Lehen in Hessen als heimgefallen und beansprucht es. Mainz möchte die Wiedererrichtung der Landgrafschaft verhindern, Quelle dauerhaften Streites!

1273

Erzbistum Mainz erhält von dem Graf v. Dassel Grafschaftsbesitz im Reinhardswald

1297

Landgraf Heinrich I., mittlerweile Reichsfürst, erwirbt Grebenstein

1300 ca.

Landgraf Heinrich I., verlegt Wohnsitz von Marburg nach Kassel und zielt auf das Land zwischen Diemel und Weser, Spannungen zwischen ihm, Mainz, Paderborn und Braunschweig

1305

Durch den Verkauf der Schonenberger kam Hessen in den Besitz des wertvollen Reinhardswaldes

1308

Heinrich I., „das Kind“, Enkel der Heiligen Elisabeth und 1. Langraf von Hessen, stirbt

1330

Nonnen beherbergen in Lippolsberg einen sterbenden Wandergesellen, der Jesus Christus ähnelte.  Nach seinem Tod fügte man ihm Wundmale zu und legte ihn an den Pfad der Köhlergesellen zu Gottsbüren. Somit wurde Gottsbüren zum Wallfahrtsort.

19.04.1334

Der Erzbischof von Mainz ließ zum Schutz der Wallfahrer auf einer nahegelegenen Basaltkuppe eine Burg bauen. Die „Zappenborgck“, also Zapfenburg – wobei „Zapfen“ für die aufragende Basaltgruppe gestanden haben soll. Zappenborgck schliff sich ab zu Zappaburg – Sabbaburg – Sababurg. Dauer des Baues bis 1336 mit Hilfe von Hofgeismar.

1346

Die Lage der Sababurg im Grenzland führte dazu, dass der Herzog von Braunschweig, die Landgrafen von Hessen und der Bischof von Paderborn den Abriss der Burg forderten. 1346 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

1347

Mainz tritt die Hälfte der Sababurg an Hessen ab.

1354

Ausgleich mit Erzbischof Gerlach, Landgraf wird im Besitz des Mainzer Lehen in Hessen bestätigt

1354

Sababurg – zur Hälfte hessisch, landgräflicher Erfolg! „zweiherrische“ Burg (Mainz und Hessen). Mitte des 14. Jahrhundert sechs Städte im Diemelgebiet (Immenhausen, Grebenstein, Hofgeismar, Leibenau, Helmarshausen und Trendelburg) und vie verschiedene Herren: Köln, Paderborn, Mainz und Hessen.

1372

Reinhardswald verpfändet an Ritter von Schöneberg

1373

Hessische Landgrafen (Heinrich II. und Hermann II.) verpfänden ihren Anteil am Reinhardswald an die Schöneberger für 750 Mark Silber

1385

Große Auseinandersetzung zwischen Erzbischof Adolf von Mainz und Landgraf Hermann, Belagerung von Kassel, Zerstörung von Immenhausen, Adolf von Mainz siegt

1428

Heinrich von Schonenberg stirbt, seine Witwe verkauft die Pfandschaft an der Sababurg, der Trendelburg und alle Rechte am Reinhardswald für 3500 Gulden an den Landgrafen Ludwig I. von Hessen

1429

Die Schöneberger Herrschaft geht an Hessen, so entsteht die Führungsrolle Hessen im Reinhardswald-Gebiet

1429

Die Sababurg fiel an die hessischen Landgrafen, die die Burg verfallen ließen, da sie nun unwichtig war.

1443

Landgraf Ludwig rastet “bey der glashutten“, erste Erwähnung einer solchen im Reinhardswald.

1461-1463

Mainzer Stiftsfehde

1462

Der hessische Landgraf besetzt die mainzischen Festungen in Hofgeismar, im Reinhardswald und am Schöneberg.

1464-1466

Krieg zwischen Hessen und Paderborn

13.07.1465

Truppen von Ludwig II besetzen das von Paderborn beherrschte Trendelburg

1468

Kämpfe und Verwüstungen im gesamten Diemel-Land

1471

Die hessischen Landgrafen und der Paderborner Bischof schließen einen auf 33 Jahre begrenzten Waffenstillstand.

1471-1493

Landgraf Wilhelm I.

1489

Waldförster im Reinhardswald wird Curt Deisselberg, er möge handeln unter „uswisung sinner 5 sinne“

1490

Landgraf Wilhelm I baut bis 1492 auf den Ruinen der Sababurg ein prächtiges Jagdschloss. Dann bewohnbar.

1504

Philipp von Hessen, *13.Nov.1504, später „der Großmütige“ genannt

1509

Weiter Umbau der Sababurg, sie erhält zwei Türme; Landgraf Wilhelm II. gest. 1509

1518

Landgraf Philipp von Hessen übernimmt sehr jung die Regierung

1519

Philipp setzt den Umbau der Sababurg fort (Kapelle); Amtssitz dort statt in Gieselwerder

1532

Landgraf Philipp der Großmütige erlässt eine Forst- und Jagdordnung.
Somit gilt er als Begründer der modernen Forstverwaltung. Er verbot Eichen- und Buchenstämme ohne Erlaubnis aus dem Wald zu entfernen.

1534

Erzbischof Gerlach von Mainz erkennt die hessische Vorherrschaft über den Reinhardswald an.

1535

Hochgestellt Gäste auf der Sababurg, drei Herzöge von Sachsen und zwei aus Braunschweig

1541

Erfahrungen am Reinhardswald als verbindlich für das Ober- und Niederfürstentum angeordnet

1555

Landgraf Philipp nimmt Hofgeismar die Dokumente über das Eigentum „Sundern“ einfach weg.

1559

Philipp der Großmütige erlegte bis November bereits 726 Sauen, davon61 „hauende“ (Keiler)

1564

Windfall, Glashütte im Reinhardswald (bei Vaake)

1567

Tod Philipp des Großmütigen (63 J.)

1567-1592

Landgraf Wilhelm IV., der Weise (Sehr sparsam, 25 Jahre Regierung)

1570/71

Ca. 3000 Stück Fallwild (Hirsche und Rehe) im Reinhardswald, sehr kalt, tiefer Schnee

1571

Landgraf Wilhelm IV errichtet unterhalb des Jagdschlosses Sababurg einen 130 ha großen „Thiergarten“. Zuerst mit einer 5 km langen Dornenhecke und später mit einer Mauer. Nach Wilhelms Tod verfiel der Thiergarten.

1578

Hartmann Brendel, Enkel von Caspar, Sohn von Heinrich Brendel, „Burggraf zu Hombressen und Sababurg“

1579

Saline in Sooden – Salzsiederei mit Kohle aus dem Meißner

1581

Auftrag des Landgrafen Wilhelm an den Pfarrer Rhenanus, am Reinhardswald eine Eisenhütte zu errichten

1583

Verlag von Merlau (Mainz hat seitdem keine Macht mehr im Reinhardswald)

1590

Ausbau des Thiergarten zum „Mauerpark“ mit Material der Ruine von Schöneberg (Frondienste)

1591

Eisenschmelzhütte bei Knickhagen, Erzlagerstätte gegenüber Speele

1592

Braunkohlebergwerk in Holzhausen

1592-1627

Landgraf Moritz der Gelehrte

1593

Eine erste Forstverordnung belegte die unerlaubte Beweidung in Hege liegender Flächen mit hohen Strafen.

1595

Alaunbergwerk am Gahrenberg

1597

Landgraf Moritz, Vergleich mit Bischof Dietrich von Paderborn, der auf den Reinhardswald verzichtet

1611

Braunkohlebergwerk „Sozietät“ in Holzhausen für die Eisenhütte Knickhagen

1615

Landesherrliche Mühlenordnung

1618

Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 bricht aus

1621

Tillys Heerscharen fallen ins Diemel-Land ein und die Pest befiel das Land

1623

Sababurg bis 1626 von bayrischen Truppen besetzt (Kontributionen im Umland erpresst!) (Zwangserhebung von Geldbeträgen im feindlichen Gebiet)

1625

318 Menschen sterben allein in Trendelburg an der Pest. Das war mehr als die Hälfte der Einwohner.

1627-1637

Landgraf Wilhelm V. der Beständige (10 Jahre Regierungszeit)

31.05.1626

Tillys Soldaten ergriffen nach mehrtägigem Beschuss plündernd und mordend von der Stadt Münden Besitz. Ein Großteil der Bevölkerung wurde umgebracht. Blutpfingsten

1632

In Holzhausen wütet die Pest

1633/34

Zentrale Verwaltungsbehörde der Landgrafschaft der Geheime Rat (Kriegs-, Land- und Rentkammer)

1637

„Kroatenjahr“, enorme Verwüstungen in Hessen durch kaiserliche bayrische Truppen

1637-1650

Vormünderin Regentin, Amailie Elisabeth

1642

Wolfsplage! Im Reinhardswald finden im Winter 1642/43 19 Wolfsjagden statt (bäuerliche Jagddienste)

1644

Blitzeinschlag in der Sababurg, Brand eines Turmes

1650-1663

Es regiert Landgraf Wilhelm VI., seine Frau Hedwig Sophie ist die Schwester des großen Kurfürsten; Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung im Land

1651

Reparatur des Schlosses (der Sababurg)

1655

Abkommen zwischen Landgrafen und Ritterschaft, Zugeständnisse an die Landstände

1656

Neuordnung des Gerichtswesen usw., Schulordnung

1657

Regelung der Kirchen, „Kirchenagenda“

1663-1677

Vormünder-Regentin Hedwig Sophie von Brandenburg

1666

Neugründung der Eisenhütte in Veckerhagen

1670-1730

Landgraf Carl (geb. 1654) vertritt deutsche Interessen gegenüber Ludwig XIV.

1671

Hartmann Brendel, „Burggraf zu Hombressen und Sababurg“ stirbt

1672

Erweiterung der hessischen Truppen zum stehenden Heer

1677

Erster Subsidienvertrag, hessische Soldaten in dänischem Dienst

1685

Auf Einladung von Landgraf Carl von Hessen-Kassel kommen fast 4000 französische Protestanten – Hugenotten und Waldenser – in das Land.

1699

Baubeginn von Carlshafen (bis 1717, zuerst nach dem Nordteil des Reinhardswaldes „Sieburg“ genannt.

1700

Bis dahin entstanden ca. 30 Flüchtlingssiedlungen in Hessen („Peuplierung“ nach dem 30j. Krieg)

1710

Plan für die Kanalisierung der Diemel

1726

Blaufarbenfabrik in Carlshafen (Kobalterz aus Richelsdorf und Bieber bei Hanau)

1730

Tod des Landgrafen Carl (76 Jahre alt),“hinterließ ein gefestigtes Staatsgebilde“

1730-1751

Friedrich I., König von Schweden

1747

Die Blattern in Holzhausen

1747/48

Wilhelm VIII verkündet das „Reinhardswälder Wald Hudens Reglement“. Es wies den Gemeinden feste Flächen zur Waldweide zu, legte Art und Anzahl des Weideviehs fest und verbot nochmals die Beweidung in Hege liegender Waldteile. Hutestein

1748

Aus 27 Orten trieben Bewohner ihr Vieh in den Wald: 3000 Pferde, fast 6000 Rinder, 20 000 Schafe, 700 Ziegen, 5500 Schweine und 50 Packesel. Der Reinhardswald die „Ewige Hute“ glich zu dieser Zeit eher einer Parklandschaft

1751-1760

Landgraf Wilhelm VIII.

1756

Der Siebenjährige Krieg bricht aus. (1756 bis 1763) Es kämpften mit Preußen und Großbritannien auf der einen Seite und Österreich, Frankreich, Russland auf der anderen Seite alle europäischen Großmächte der Zeit.

1757

50 000 auf der Seite Frankreichs kämpfende Soldaten überfallen das Land. Zeitweise erlebte das Land einen Stellungskrieg zwischen Warburg und Trendelburg, an dem 110 000 auf Preußens Seite kämpfende Soldaten zusammenkamen.

1760-1785

Landgraf Friedrich II.

1761

Im “Siebenjährigen Krieg“ wird die Sababurg von Franzosen besetzt, Handstreich scheitert

Juni. 1762

Nach einer entscheidenden Schlacht bei Wilhelmsthal (bei Calden) mussten die Franzosen Nordhessen verlassen. Noch heute befindet sich ein Massengrab von 4000 französischen Soldaten im Schlosspark.

1764

Die Nutzung der Streu wird mit einem Pflanzgeld belegt um die Aufforstungskosten zu begleichen.

1783

Regelung der Streunuzung nach Mengen und Flächen

1785

Die „Rote Ruhr“ in Holzhausen

1785-1807

Landgraf Wilhelm IX., als Kurfürst ist er Wilhelm I.

1786

3000 ha im Reinhardswald werden wegen „daraufstehenden Wassers“ als unbrauchbar eingeschätzt, weil Viehtritt und Beweidung den ohnehin dicht gelagerten „Molkeboden“ den Waldboden veränderten und das Regenwasser kaum noch versickern konnte.

1786

Die Anordnung des Geheimen Etatministers Carl Friedrich von Berlepsch, Buchen als Stockausschlag mit höchstens 50 jährigem Umtrieb zu bewirtschaften, wird glücklicherweise von den Reinhardswäldern nicht durchgängig befolgt. Die Folge ist z.B. der besondere min. 5000 ha große Buchenblock an den Weserberghängen.

1807-1813

Jérome Napoleon, König von Westfalen

1820

Der Bildhauer Henschel sucht Ton und findet Braunkohle bei Ihringshausen

1826

Bei der Sababurg setzt nun ein längerfristiger Niedergang ein, in dessen Verlauf die Ruine regelrecht „ausgeschlachtet“ wurde. Es bleibt nur die Renterei dort; Amt in Veckerhagen

1838

Robert Wilhelm Bunsen, bedeutender Chemiker, untersucht als erster in Veckerhagen den Hochofenprozess

1842

Beginn des Abbaus der Braunkohle am Gahrenberg („Casseler Braun“)

1848

Nach der Revolution ist die Jagd nicht mehr ausschließlich dem Adel oder Klerus vorbehalten. Mit der „allgemeinen Jagdfreiheit“ stand den Besitzern größerer Flächen  das Jagen zu. Aber Bürger ganzer Ortschaften zogen im Freiheitsrausch durch den Wald. Rot- und Schwarzwild war kurz darauf nahezu ausgerottet.

1850

Forstinspector Carl Friedrich Mergell  lässt „Klumpse“ auf der versumpften Hochfläche des Reinhardswaldes anlegen gegen die Staunässe anlegen.

1857

Transport eines Eisenblocks von Veckerhagen nach Carlshafen, ca. 13t, eine große Leistung

1865

Durch Hegemaßnahmen nahm der Bestand des Rot- und Schwarzwildes wieder zu und ein kurhessisches Polizeigesetz erlaubte nur noch das Halten des Wildes in eingezäunten Flächen. Daraufhin wurde gut 10 000 ha eingegattert. Das Wildschutzgebiet besteht heute noch.

1866

Bau des Reinhardswaldes-Außengatters

1867

Per Gesetz wird das Ende der Waldweide beschlossen. Es dauerte jedoch noch einige Jahrzehnte, bis auch die letzten Huterechte gegen Zahlung von Entschädigungen und Landabgabe abgelöst wurden.

1870

Da im Reinhardswald und Bramwald erst im 18. Jh. größere Flächen mit Fichten bepflanzt wurden, wurden erst 1870 Flöße aus dieser Region angebauten Fichten zusammengestellt, die von Hann. Münden flussabwärts gingen. Erst am 14.Juni.1992 wurde die Flößerei eingestellt.

1889

Die Diphterie in Holzhausen

1907

Die Maler Theodor Rocholl und Peter Paul Müller erreichen, das der größte Teil des heutigen Naturschutzgebietes „Urwald Sababurg“ als Malerreservat geschützt wird

1959

Das Land Hessen lässt das erhalten gebliebene  Kanzleigebäude der Sababurg zu einem Burghotel ausbauen.

1961

Zur Erinnerung an die Originalität des Reinhardswaldes mit den „Klumpsen“ werden unterhalb des Staufenbergs an der Höhenstraße vom Hemelberg nach Sababurg 1961 und1985 Klumpse neu angelegt.

1971

Der Landkreis Hofgeismar beginnt auf der Fläche eines der ältesten europäischen zoologischen Einrichtungen wieder einen Tierpark „Thiergarten“  einzurichten.

04.05.1998

Die ersten Störche beginnen in Vaake ein Nest zu bauen.

Quellenangaben

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