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Wüstungen

sind die in der Vergangenheit von Menschen aufgegeben kleinere und größere Ansiedlungen in der Größe von 6 bis 10 Höfen (Siedlungswüstungen) oder Wirtschaftsflächen (Flurwüstung), an die aber noch Urkunden, Flurnamen, Reste im Boden, Ruinen oder örtliche mündliche Überlieferungen erinnern. Nicht dazu zählen archäologische Einzeldenkmäler wie Burgen oder einzelne Ruinen inmitten bewirtschafteter Regionen.

Während des Spätmittelalters im 14. und 15. Jahrhundert wurden überdurchschnittlich viele Siedlungen aufgegeben. Zuvor kam es auch schon zu zahlreichen Wüstungsbildungen , die mit der hochmittelalterlichen Umstrukturierung der ländlichen Sozial- und Wirtschaftsstrukturen zusammenhängen sowie als Folge der im 13. Jahrhundert zunehmenden Stadtgründungen zu sehen sind.

Hier im Raum des Reinhardswaldes sind uns zahlreiche Wüstungen bekannt wie uns ein Auschnitt aus der Karte „Wüstungen und heutige Siedlungen. Nördliches Hessen (Forschungsstand 1960)“, in: Geschichtlicher Atlas von Hessen zeigt.

 

In der folgenden Auflistung dieser Region sind einige näher beschrieben und ggf. noch weitere Information und Geschichten bzw. Erzählungen von mir genannt.
Diese sind aber gesondert gekennzeichnet. Grün = schon vorhanden Gelb = In Arbeit

Abgunst Die Wüstung lag nordöstlich von Trendelburg
Artelmissen ist ein im Mittelalter wüst gefallenes Dorf im Galgengrund, einem kleinen Bachtal zwischen der Landesstraße 561 und dem Weserradweg bei Gieselwerder und Lippoldsberg
Aschendorf Wüstung in der Gemarkung von Hofgeismar nördlich der Steinmühle, etwa 1,5 km nordöstlich der Altstadt
Bensdorp (auch: Bensdorf): Wüstung südwestlich von Gottsbüren und nördlich der Sababurg
Bonhausen Wüstung etwa 4,2 km nordwestlich von Hofgeismar in Richtung Lamerden und Ostheim, in der Nähe des Arenbergs.
Brunessen Wüstung nördlich des heutigen Friedrichsfeld
Büngheim (auch Bünichheim oder Bunningheim): die Wüstung lag südlich des ab dem Jahre 1699 neu entstandenen Hugenottendorfs Schöneberg auf einer kleinen Anhöhe, etwa 2,5 km nordöstlich der Altstadt von Hofgeismar und östlich der Steinmühle.
Dahlhusun Wüstung südlich von Gottsbüren
Diethardessen (auch Dytwartsin, Thowordessen, Thiatwardessun): Wüstung im Bereich der Stadt Grebenstein, aus Richtung der Stadt kurz vor Burguffeln. Das Dorf in der Nähe der Esse wurde urkundlich bereits im Jahre 1015 erwähnt.
Elliksen Die Wüstung im Bereich der Stadt Grebenstein wird im Grebensteiner Salbuch von 1554 nur noch als Flurnamen genannt. Das Dorf lag unterhalb der Ölmühle nördlich von Grebenstein an der Esse
Exen Wüstung in der Gemarkung von Trendelburg, südlich des heutigen Friedrichsfeld
Gauze An die mittelalterliche Wüstung erinnert in Carlsdorf die Straßenbezeichnung „Gauzetor“. Das Hugenottendorf Carlsdorf - heute ein Stadtteil von Hofgeismar - entstand ab dem Jahre 1686 im Bereich einer Wüstung am westlichen Rande des Reinhardswaldes. Ursprünglich gab es hier ein Dorf, das mit den Namen Gotresdeshusun oder Gothardessen (später auch Gauze) schon im Jahre 965 erwähnt wird aber bereits vor dem Jahr 1430 von seinen Bewohnern aufgegeben wurde.
Gebhardshagen 2,5 km nordöstlich über Wilhelmshausen und 2,5 km südöstlich unter dem Gahrenberg am Elsterbach
Guderode Wüstung in der Gemarkung von Hofgeismar, 1,3 km westsüdwestlich von der Stadt entfernt.
Hadebrachtshausen mittelalterliche Wüstung im Ortsbereich von Mönchehof, heute Gemeinde Espenau im Landkreis Kassel.
Haldessen (Ober- und Niederhaldessen): Wüstung im Bereich der ehemaligen Burg Haldessen zwischen Grebenstein und Hofgeismar. In einer Urkunde des Klosters Bursfelde wird Oberhaldessen im Jahre 1144 erwähnt.
Haldungen (am Mühlenberg): Wüstung im Bereich des heutigen Hofgeismarer Stadtteils Hümme, etwa 5,7 km nordnordöstlich von Hofgeismar.
Hadebrachtshausen Wüstung in der Ortslage von Espenau-Mönchehof. Die Lage des ehemaligen Ortes ist bekannt
Helpoldessen Wüstung im Bereich der Stadt Immenhausen. Das Dorf lag südlich von Grebenstein, etwa dort wo der Carlsdorfer Weg die Fröhleinbrücke über die Holzkape überquert, auf halbem Weg nach Immenhausen. Urkundlich wird das Dorf im Jahre 1210 erwähnt und 1455 bereits als Wüstung beschrieben.
Herboldissen Wüstung nahe dem heutigen Veckerhagen
Hildesheim Die Ortswüstung Hildesheim lag vermutlich auf dem Gebiet der Gemarkung Mariendorf im Bereich des jetzigen Hugenottenteichs südlich des Ortes und Platzes der Koloniegründung von 1687.Die genaue Ortslage ist nicht bekannt.
Hombüren Wüstung westlich von Wülmersen
St. Anna- Quelle
Deiseler Rinderhaus nahe der St. Anna-Quelle
Horode Wüstung nahe dem heutigen Veckerhagen
Kelze Ober- und Niederkelze): Wüstung im Bereich des ab 1699 neu entstandenen Hugenottendorfs Kelze, die aus Oberkelze und Niederkelze bestand. Das ehemalige mittelalterliche Dorf Oberkelze wurde erstmals im Jahre 1146 urkundlich erwähnt.
Lübecke

Wüstung im Nordosten des heutigen Hombressen. Der Ort fiel Ende des 13./ Anfang des 14. Jahrhunderts wüst.

Markessen Markessen war die Siedlung eines lokalen Rittergeschlechts (Familie von Markessen) im Reinhardswald und bis zum 14. Jahrhundert bewohnt. Die Siedlung lag an einer Furt im Holzapetal.
Nettelbeck Wüstung im Bereich der Stadt Grebenstein. Nettelbeck lag nördlich von Grebenstein, etwas oberhalb des Nesselbachs. Auch eine Familie von Nettelbeck, die zur Bürgerschaft von Hofgeismar gehörte, wurde ab dem 13. Jahrhundert erwähnt.
Nordgeismar Die Wüstung lag etwa 2,4 km nordöstlich von Hofgeismar entfernt, nördlich der Steinmühle und südlich der Hagenmühle am Schöneberg
Poppenhausen Die Wüstung lag etwa 1 km nordöstlich der Hofgeismarer Altstadt, in der Nähe des heutigen Bahnhofs.
Raelsheim Wüstung in der Nähe des heutigen Hombressen, etwa 6 – 7 km östlich von Hofgeismar
Reinersen Reinersen ist eine Ortswüstung im Bereich des heutigen Ortsteils Mariendorf der Stadt Immenhausen und des Gutsbezirkes Reinhardswald. Der ehemals bedeutende Ort mit vielen Töpfereien und vermuteter Kirche (Ruine) lag in der Senke südlich des Ahlberges an der über Holzhausen kommenden mittelalterlichen Straße. Man vermutet, dass dieser Ort der Namensgeber des Reinhardswaldes ist.
Rixen Die Wüstung lag 2,5 km westlich von der Stadt Grebenstein. An der Stelle des ehemaligen mittelalterlichen Dorfes Rixen, das bereits Anfang des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde, offenbar aber schon Anfang des 15. Jahrhunderts von seinen Bewohnern aufgegeben und „wüst“ geworden war, entstand zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. in den Jahren 1776/ 77 das Dorf Friedrichsthal.
Rotbrachtessen Wüstung nördlich von Gottsbüren
Rothiereshusun (auch Rodersen): Wüstung im Bereich der heutigen Röddenhöfe bei Hofgeismar, wo einst die Jagdhundmeute für die fürstlichen Jagden im Reinhardswald untergebracht war.
Ruschenhagen Wüstung in der Nähe des heutigen Hombressen, etwa 6 – 7 km östlich von Hofgeismar.
Rypoldessen Wüstung im Bereich des heutigen Gieselwerder, am Mühlbach (von ca. 800 - 1350). (Siehe hierzu auch ECO Pfade)
Sidessum Wüstung in der Nähe des heutigen Hombressen
Stolzenhagen Wüstung in der Nähe des heutigen Hombressen
Strofort (Alten- und Kirchstrofort): die Wüstung lag an der Esse zwischen den Städten Hofgeismar und Grebenstein, etwa 4 km südöstlich aus Richtung Hofgeismar. Im 12. Jahrundert wird auch der Ritter Eberhard von Stroverde mehrfach urkundlich als mainzischer Zeuge erwähnt.
Sudheim üstung in der Gemarkung von Hofgeismar, etwa 1,5 km südsüdöstlich der Altstadt.
Sulzen Wüstung in der Gemarkung von Trendelburg.
Trende Wüstung in der Gemarkung von Trendelburg. Erhalten ist die Ruine der Siechenkirche
Thonhusun Wüstung südlich von Gottsbüren
Wat(t)berg Wüstung in der Gemarkung von Hofgeismar
Wedekessen Wüstung südwestlich von Helmarshausen
Westheim Wüstung in der Gemarkung von Hofgeismar, etwa 1,5 km nordwestlich der Altstadt.
Wichmanessen Wüstung nördlich von Gottsbüren
Wulfredeskerke Kirchenwüstung im Bereich der Sababurg